Eberhard Schoener blickte selten zurück. Über Jahrzehnte suchte der Komponist und Dirigent nach neuen musikalischen Möglichkeiten, experimentierte mit neuen Technologien und brachte Menschen und Musik zusammen, die auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun hatten. 1969 holte er den ersten nach Deutschland importierten Moog-Synthesizer persönlich aus den USA. Er verband Klassik mit Rock und elektronischer Musik, arbeitete mit Gamelan-Musikern, The Police und Jon Lord und realisierte Projekte, die ihrer Zeit voraus waren – vom Satellitenkonzert bis zu einer Oper für das Internet.
Eberhard Schoener – Zeitsignale erzählt deshalb nicht nur die Biografie eines Musikers. Der Rückblick auf sein Leben führt zugleich durch mehr als fünf Jahrzehnte Musik-, Technik- und Kulturgeschichte. Das Buch erzählt von neuen Instrumenten und musikalischen Grenzüberschreitungen, von Fernsehen und großen Konzertprojekten, von Begegnungen und Experimenten – und von einem Künstler, der technischen Wandel immer wieder als Möglichkeit für etwas Neues begriff.
Stefanie Schoener hat diese Geschichte aus großer persönlicher Nähe, zugleich aber bewusst mit journalistischer Distanz recherchiert und geschrieben. Ihr Ziel war nicht allein die Erinnerung einer Lebenspartnerin, sondern ein realistisches Zeitdokument über das Leben und kreative Schaffen Eberhard Schoeners.
Die zu seinem 90. Geburtstag erschienene, grundlegend überarbeitete Neuausgabe wurde aktualisiert und um ein neues Kapitel sowie ein neues Vorwort von Thomas Wördehoff erweitert. Zahlreiche neue Fotografien, teilweise in Farbe, ergänzen den Band. Einen besonderen persönlichen Einblick gibt zudem ein ausführlicher Briefbeitrag von Sting.
Instrument mit Musikgeschichte
1969 brachte Eberhard Schoener den ersten nach Deutschland importierten Moog-Synthesizer aus den USA mit. Auf demselben Instrument arbeitete später Giorgio Moroder an Donna Summers I Feel Love – einem der Schlüsselstücke für die Entwicklung elektronischer Tanzmusik. Heute wird Schoeners Moog im Deutschen Museum in München ausgestellt.
Zur Autorin
Stefanie Schoener ist Journalistin, Autorin und ehemalige Fernsehregisseurin. Nach dem Besuch der Deutschen Journalistenschule arbeitete sie als Redakteurin für die Münchner Abendzeitung und den Münchner Merkur. Ab 1972 war sie für das Bayerische Fernsehen als Redakteurin und Regisseurin tätig, seit 1990 arbeitet sie als freie Autorin. Seit 1967 ist sie mit Eberhard Schoener verheiratet und begleitete zahlreiche seiner künstlerischen Projekte.
Daten & Fakten
Mai 2026, Hardcover, 304 Seiten, 97 Abbildungen, teils in Farbe, 29,90 Euro, ISBN 978-3-911367-05-9